Berichte aus dem Selbstversuch

Wir sind unzufrieden. Unzufrieden mit der Menge an Mülltonnen vor unserer Haustür und deren regelmäßigem Überlaufen. Darum starten wir einen Selbstversuch und überdenken zunächst unsere Verbrauchsartikel auf deren Plastikmenge. Was kann man da umstellen? Wo vielleicht sogar ein bisschen sparen - Chemie, Plastik, Zeit, Geld? Denn eins steht für uns fest: Das Einkaufen wird auch in unserem Land immer teurer und so langsam macht es keine Spaß mehr...

Jeder fängt mal an. So wie wir.

Der Müll nimmt zu, alles wird irgendwie komischerweise teurer, die Kinder werden größer, das Geld kommt jeden Monat - aber der Kontostand wächst nicht so richtig mit.
Komisch! Was ist da los?
In all den täglichen Gedanken über Kinder, Arbeit, Geld, Freunde, Familie, Termine, Krankheiten, Urlaub, Sonne, Freizeitbeschäftigung... schleichen sich irgendwann auch die Gedanken über den Müll ein. Sie sind da, werden präsent und beginnen, an mir zu nagen.
Bei einem Besuch in der Stadtbücherei entdecke ich ein Buch über Plastik und wie man Plastik sparen kann. Es spricht mich nicht nur an, es springt mich an. Es krallt sich in mir fest und ich will es haben. Aber jetzt? Ehrlich? Ist das der richtige Zeitpunkt? Bin ich die richtige Person? Naja...ich weiß nicht. Also bleibt das Buch hier und ich gehe nach Hause.
Bei einem Gespräch mit einer Freundin stelle ich erfreut fest, dass sie dieses Buch zu Hause hat und ich leihe es mir aus. Auf unbestimmt ehrlicherweise. Denn ich denke mir, dass das Sparen von Plastik in gewisser Weise auch beim Nichtkauf eines Buches anfangen kann. Es wäre zwar ein sehr sinnvoller Kauf, ein tolles Buch, doch Verbrauch findet auch bei dessen Herstellung statt und meine Freundin hat es schon gekauft. Auch der Download eines ebooks verbraucht Ressourcen, ob ich es nun will, oder nicht. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich habe also glücklich dieses Buch und will eigentlich gleich starten, doch irgendwie fehlt noch was. Zeit, Muße, Drang...also dauert es noch ein paar Wochen, bis ich mich mit dem Inhalt des Buches selbst anfreunde.

Meine erste Ungeduld und Unglücklichkeit beginnt bei der Spülmaschine. Irgendwie widerstrebt es mir einen Klarspüler zu kaufen. Das letzte Zeug hat gestunken, war auch recht schnell verbraucht und die Gläser haben komisch geschmeckt - wenn der Klarspüler dann leer ist, sieht das Spülgut auch nicht viel schlimmer aus. Besser wäre toll gewesen - aber nein.
Also: Buch auf und suchen. Aha. Inhaltsverzeichnis: Haushalt. Da muss ich hin.


Klarspüler für die Spülmaschine selbst gemacht

1. Projekt: Klarspüler

Ich finde ein "Rezept" für 500ml:
-300 ml Alkohol 
-200 ml lauwarmes Wasser
-80 g Zitronensäurepulver

Oh klasse, denke ich. Lauwarmes Wasser habe ich immer da und das Zitronensäurepulver habe ich auch schon. Also fehlt nur noch der Alkohol. Da ich es richtig machen wollte, wie im Rezept beschrieben, gehe ich in den Baumarkt und besorge Bioethanol. Den konnte ich nur finden, weil ich zufällig auch an einer anderen Stelle gesucht habe, als an seinem leeren Regalplatz. ;)

Zu Hause wird alles gemischt und ab in die Maschine. Und siehe da!!! Das Besteck ist wieder strahlend sauber, die Töpfe sehen aus wie neu! Ich bin begeistert, aber noch skeptisch. Aus der Maschine riecht es noch nach Ethanol. Ob das vergeht? Ob das gut ist??
 Ich entspanne mich erst, als meine Mutter mir ohne Aufforderung das gute Spülergebnis bewundernd bestätigt.
Gott sei Dank! Ach und der Ethanolgeruch hat sich auch nach dem zweiten Spülgang nahezu erledigt.

Fazit: Rezept ist empfehlenswert.

1. Projekt: Klarspüler - war die Idee wirklich gut???

Nun mache ich mir schon wieder Gedanken über diesen Klarspüler.... Früher hatte ich sowas gar nicht... also, Klarspüler meine ich.
Der Grund ist dieses Ethanol... Ist es wirklich Bio und wirklich eine gute Idee, nur weil Bio im Namen steckt? Außerdem: Was spare ich mir an Plastik beim Klarspüler, wenn ich Ethanol in einer Plastikflasche kaufe? Nix. 
Außerdem - ich gebe zu: beim Thema Chemie bin ich nicht besonders schlau bisher (aber ich gelobe Besserung) - ist Ethanol eine gefährliche Sache. Allein schon 21 ° Celsius können gefährlich werden...
 Ich habe keine Lust, dass mir etwas Schlimmes zustößt, geschweige denn meinem Nest oder meiner Familie. Ich wollte das Rezept testen und das habe ich getan (da hatte ich über die Eigenschaften von Bioethanol noch nicht nachgedacht). Es ist gut, aber glücklich bin ich damit noch nicht. Also: Wieder ran an Projekt 1 :)
Das Internet hilft ja in allen möglichen Lebenslagen - so auch hoffentlich in meiner. Ich surfe ein bisschen rum und finde eine Lösung für das Ethanolproblem. Ich kann auch einfachen günstigen Alkohol, also solchen, den man trinken kann, verwenden. Nun steht es also auf der Liste: Billigen Fusel in einer Glasflasche besorgen (ggf. Vodka) und wenn meine 500 ml Klarspüler leer sind, nochmal neu mischen und testen. 
Ich werde berichten ;)